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Kuckucksrufe und Eselsklagen

In meinem Buch "Kuckucksrufe und Eselsklagen. Einspruch gegen die freudige Selbstabschaffung der Kirche" habe ich die Aufsätze, Essays, Glossen und Kommentare gesammelt, die ich seit dem Rücktritt Papst Benedikts XVI. verfasst habe. Das Buch ist erschienen als Selbstpublikation und ist im Buchhandel - und auch hier auf meiner Seite - erhältlich.

 

Uwe Eissing

 

 

Kurzlebenslauf - Dr. Uwe Eissing

Geboren bin ich 1958 in Papenburg. Zu meinen vierten Geburtstag setzte die große Februarsturmflut die Deutsche Bucht und das Elbegebiet unter Hochwasser - und der Kanal vor unserer Haustür verleibte sich den Sandweg auf unserer Seite des Ufers ein. Die nächsten "nassen Füße" bekam ich bei der Einschulung: Die Verkehrssprache in der Volksschule war Hochdeutsch. Das war mir fremd. Bis zum Eintritt ins Gymnasium sprach ich fließend Plattdeutsch und Hochdeutsch. Latein kam hinzu. Ich hatte gerade das große Stufengebet als Messdiener gelernt, als der neue Kaplan kam und von einer neuen Welt sprach. So wackelten zuerst die Altäre, dann die Throne. Als die Bundesrepublik Deutschland von "Baader-Meinhof" in Angst und Schrecken versetzt wurde, hatte ich schon ziemlich gut schwimmen gelernt. Nach meinem Studium in Oldenburg habe ich zur Regionalgeschichte des Emslandes und über die Geschichte der Jüdischen Gemeinde in Papenburg geschrieben und dabei das verlorene Stufengebet wiedergefunden. Heute arbeite ich als selbstständiger Software-Unternehmer im Gesundheitswesen - bin aber, was das Schreiben betrifft, mit diesem Buch wieder rückfällig geworden - auch um den Verunsicherungen zu begegnen, die sich in dieser Zeit wie eine Flusslandschaft durch die Gesellschaft ziehen.

Zur Entstehungsgeschichte des Buches

Kuckuck und Esel sind nicht nur Fabelwesen, sie sind - ebenso wie der Rabe -, hochpolitische Tiere. Den Papstesel haben schon 1523 Luther und Melanchthon in Wittenberg gegen den Papst ins Rennen geschickt. Asinus sum hat dem Esel öffentlich im Mai 2017 auf Gloria.tv die Papstkrone wieder aufgesetzt. Sein Bild hat dort bis jetzt mehr als 2800 Klicks gesammelt. Entstanden ist das Ölgemälde des Künstlers, der mit bürgerlichem Namen H. ANTONÍN STROMOVÝ heißt, schon ein Jahr früher. https://gloria.tv/Asinus%20sum

 

Das Gemälde trifft den Umbruch in der Kirche unserer Zeit – und es stellt etwas bildlich dar, das ich, Uwe Eissing, – auch mit vielen Worten und vielen Texten auf Gloria.tv nicht habe ausdrücken können. Vielleicht ist es auch hier so: Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte.

 

Nun haben Stromový und ich unsere Arbeiten zu einem Buch gebunden. Hinter dem Bild, das zum Bucheinband wird, stecken meine Aufsätze, veröffentlicht unter dem Zeichen des Eisvogels (eiss) auf Gloria.tv - alle ebenfalls zum Umbruch in der Kirche unserer Zeit. Und alle verfasst nach dem Rücktritt Papst Benedikts XVI. Begonnen als eigene Suche nach Antworten auf die Brüche nicht nur in der Kirche ist das Buch nun auch zum Spiegel einer Zeitenwende geworden.

 

Der Kuckuck ist dort nicht wirklich Thema - er ruft nur vom Titel. Dem Esel aber ist zum Psalmsonntag ein ganzer Aufsatz gewidmet, der Kölner Kardinal und beide Päpste boten oft genug zum Schreiben Anlass, aber auch Jim Morrison und Bob Dylan sind mit von der Partie, wenn es darum geht Realität und Wandel in Kirche und Gesellschaft widerzuspiegeln und zu deuten. Ebenso Paulus, Freud, Angela Merkel, Nimrod, Orpheus und Abraham. Zum Beispiel.

 

Das Buch erscheint am 28. August - zum Namenstag des heiligen Augustinus - und ist im Buchhandel erhältlich: Uwe Eissing, Kuckucksrufe und Eselsklagen, 256 Seiten,

ISBN 978-3-00-057286-9

 

Kosten: 17,80 Euro in Deutschland, 18,30 Euro für Österreich. Man kann es aber auch direkt hier bestellen über die Kontaktseite: Kontakt

 

Das Titelbild kann man bald hier als Druck kaufen. Die Auflage des Bildes ist allerdings auf 100, vom Künstler signierte Exemplare limitiert.

 

Gloria ist ein Portal, das nicht in das politisch korrekte Denken unserer Zeit passt - und das sich Eingriffen und Normierungen entzieht. Keine Frage - das hat Auswirkungen, über die man manchmal mehr als nur den Kopf schütteln möchte. Und: Keine Frage - das hat Auswirkungen auf die Diskussion in der Gesellschaft. Denn das ungeliebte, katholische Portal dient oft genug als Themenpool, als Argumentationshilfe, als Stimmungsbarometer. Jede Wette: Unter den bis zu mehr als 2000 Klicks, die thematisch relevante Artikel dort erreichen können, stammen so einige von Kirchenvertretern, Politikern, Journalisten und anderen Meinungbildnern.

 

Gloria.tv hat den Texten dieses Buches eine Plattform gegeben, die mehr als eine Möglichkeit der Veröffentlichung war. Erst die Diskussion und die Bestätigung in diesem Forum hat die Notwendigkeit dieses Buches augenfällig gemacht.

 

 

 

 

Tierisches

An dieser Stelle ein paar Worte zur Tierwelt: Der Esel ist nur in der Fabel der Dumme – in der Bibel ist er eine Gestalt mit prophetischem Blick. Wer mehr darüber wissen will, lese im Buch die Auseinandersetzung mit Kardinal Rainer Maria Woelkis Palmsonntagsrede – oder gleich die Bibel, Num 22,23: „Der Esel sah den Engel des Herrn auf dem Weg stehen, mit dem gezückten Schwert in der Hand, und er verließ den Weg und wich ins Feld aus. Da schlug ihn Bileam, um ihn auf den Weg zurückzubringen.“

 

Und der Kuckuck? Der singt im Wettstreit mit dem Esel schon viel länger, als Hoffmann von Fallersleben uns in dem bekannten Lied zusammengedichtet hat: In den Ovidschen Metamorphosen werden dem König Midas Eselsohren verliehen – denn er hat im musikalischen Wettstreit zwischen Pan und Apollo Partei ergriffen für den unterlegenen Pan.

https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Kuckuck_und_der_Esel

https://de.wikipedia.org/wiki/Musikwettstreit_zwischen_Pan_und_Apollo

 

Höchst politisch ist auch der Kuckuck, der auf einem Baum saß, simsalabim bamba saladu saladim – auch wenn über die Jahrhunderte hinweg die einzelnen Verwendungszwecke des Liedes nicht mehr so ganz genau bekannt zu sein scheinen. So ist auf Wikipedia zu lesen: „Die Bedeutung des Textes dieses sehr bekannten Volksliedes ging im Laufe der Zeit verloren. So symbolisiert der „Kuckuck" möglicherweise die Freiheit und den Widerstand, der „Jäger“ verkörpert den absolutistischen Herrscher, der die Freiheitsgedanken unterdrücken, gar ausmerzen möchte. Doch die Wünsche nach Freiheit kommen immer wieder.

https://de.wikipedia.org/wiki/Auf_einem_Baum_ein_Kuckuck

 

Aber dort, wo keine wissenschaftlichen Belege und Quellen gefordert sind, sind sich alle sicher: Der Kuckuck, der ein Jahr nach seinem Tode wieder da ist, ist 1848 ein politische Antwort: „…. und als ein Jahr vergangen war, …., da war der Kuckuck wieder da.“ Insofern ist der Kuckucksruf im Buchtitel zugleich ein Wunsch nach Auferstehung oder nach Aufstand gegen die freudige Selbstabschaffung.

 

Der Kuckucksruf ist jedoch mythologisch von alters her eher zwiespältig – denn der Kuckuck kann wahrsagen: Vernimmt man ihn von rechts, verheißt er Gutes, hört man ihn auf links, droht Unheil. Der Zwiespalt mag an seinem (mythologischen) Wesen liegen: Zeus gelang es in Gestalt eines Kuckucks, sich Hera zur Gattin zu machen, Donar, der Gott der Germanen, zählte ihn ebenfalls zu seinem Gefolge. Vermutlich hat er seine Fähigkeit zur Wahrsagerei von dieser Stelle bekommen. Das Christentum verteufelte den Kuckuck samt Donnergott – was den Zwiespalt nicht verkleinerte. „Hol’s der Kuckuck“, sagen wir noch heute und dahinter steckt immer noch der fromme Wunsch, nicht gleich den Teufel persönlich anrufen zu müssen. Der Gerichtsvollzieher klebt übrigens genau diesen Kuckuck auf das, was dann wohl am Ende verloren ist, ohne gleich dem Teufel anheimzufallen.

 

Die "Gartenlaube" von 1882 listet eine Menge Überlieferungen zum Thema Kuckuck auf: https://de.wikisource.org/wiki/Was_man_vom_Kukuk_sagt

 

Und der Rabe? Dessen Kampf gegen die päpstliche weiße Taube, losgelassen für den Frieden auf dem Petersplatz in Rom am 26. Januar 2014, ist ja schon legendär – das Bild samt Orakeldeutung ging erfolgreich um die Welt.

 

So viel an tierischer Betrachtung zu einem Buch, das das politische Geschehen in und um Kirche begleitet seit dem Rücktritt Benedikts XVI. im Jahr 2013. Keine Unkenrufe, aber Kuckucksrufe und Eselsklagen bietet das Buch.

 

 

 

Inhaltsverzeichnis

I Benedikt XVI. und Franziskus – Zwei Päpste

 

1 11. Februar 2013: Der Rücktritt von Papst Benedikt XVI. - Ein Jahr danach

2 Die frohe Botschaft im Dickicht der Städte - Betrachtungen zu EVANGELII GAUDIUM

3 Das Gebet in Yad Vashem:

Von der Theodizee zur Anthropodizee

4 Gnade des Streitens oder Gnadenstreit? Arabischer Frühling und die Rückkehr der Religion

5 Beitrittspolitik – Farewell Angelina, The Sky is on fire

Vertrauen auf die eigene Kraft?

6 LAUDATO SI – Gelobt seist du, mein Herr

7 LAUDATO SI – Zwischen kleiner Eiszeit und neuer Warmzeit

8 Nimrod – Ein tüchtiger Jäger vor dem Herrn

9 Gott liebt diese Welt – Die Liebe auf dem Weg nach Westen

 

II Die Rückkehr des Orpheus

1 Impressionen einer Amtseinführung:

Orpheus aus der Unterwelt

2 Pontifikalamt mit Rainer Maria Kardinal Woelki – Auf der Flucht vor der Weihnachtsbotschaft

3 Angela Nova – Das ökumenische Fest der Toleranz

4 Gott anpinkeln – Neue Kölner Theologie der Befreiung

5 Eseleien – Wenn der Esel weitersieht als der Prophet

 

III Aufklärung und Offenbarung

1 „Aufklärung“ oder die Vertreibung Gottes

aus dem Paradies der modernen Gesellschaft

2 Das Ende der Geschichte

oder die Geschichte von Heilserwartung und Antisemitismus

3 Von der Freiheit eines Christenmenschen.

 

IV Zeitgeschichtliches

1 „The End“ von Jim Morrison (1967) – Eine Gedichtinterpretation

2 „Road to perdition“ – Unheilige Allianzen

3 Die Lüge von einer Kultur mit christlichen Wurzeln

4 Der Hass gegen den Islam

5 Frauen als Kämpfer

Wir und unsere Frauen waren nicht immer Memmen

6 Burka oder die Vollverschleierung

christdemokratischer Politik

 

V Alttestamentarisches

1 Menschenopfer und Selbstheiligung.

2 Was tun, wenn „die Griechen in der Stadt“ sind?

3 Der Aufstand der Makkabäer

4 Abraham aus Ur in Chaldäa – Spuren einer Konfliktgeschichte iin „entstellten“ Textpassagen

5 Morija oder Abrahams Weisung

6 Du sollst nicht töten! Oder du sollst nicht morden?

7 Der Aufstand – Ein Wortwechsel am Rande unserer Zivilisation

 

 

Das Inhaltsverzeichnis können Sie von der Kontaktseite als PDF herunterladen: Kontakt

 

 

 

 

 

 

 

 

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© Mechthild Eissing